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Mike McBike @ Home / Apple Computer / BASF 6106 Laufwerk |
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27.06.2026 {BASF 6106 Floppy Laufwerke im Doppelpack} Wir schreiben das Jahr 1987, mein Apple Clone ist ganz frisch, ich habe mir mit viel Mühe und Taschengeld einen Ehring FDC-4 Controller beschafft und dazu zwei BASF 6106 Laufwerke. Single Side, 40 Spuren, Shugart Anschluss. Ich bin der King! 39 Jahre später krame ich die armseligen Zeugnisse meiner Computerbegeisterung aus einer verstaubten Kiste und sehe mal nach, was man daraus noch machen kann. O.K., das eine BASF ist auf Siemens gelabelt. Das ändert aber nur wenig am Inhalt. Und ja, beide Laufwerke sind verdreckt und etwas korrodiert. Die beiden Laufwerke unterscheiden sich ein klein wenig in der Mechanik. Das Siemens hat eine einzelne Verriegelungsklappe, dessen Stift schon Anfang der 90er herausgebrochen ist. Alle meine Reparaturversuche haben damals versagt. Dieser eingespritzte Stift lässt sich nicht vernünftig einkleben. Spindelmotorseite: Rückseite: Die Elektronik ist Controller-los. Der Analogbereich unterscheidet sich nur wenig von den einfacheren Apple Disk II Laufwerken. Die Unterseite zeigt die deutlich stabilere Kopf-Mechanik. Hier haben wir zwar auch eine Spiralscheibe... ... aber die ist wenigstens sauber mit Kugellager versehen. Beim Apple ist es nur ein schleifendes Federblech. Entsprechend unterscheidet sich dann auch das Betriebsgeräusch! Das originale BASF-Laufwerk hat eine vollflächige Klappe. Das ist stabiler und staubgeschützt. Die Platine ist fast identisch, außer, dass es hier einen Lötstoplack gibt! Verdreckt und verbogen ist auch dieses Relikt... Der Spindelmotor ist noch etwas aufwändiger verdrahtet. Die Mechanik ist sehr ähnlich. die Spiralscheibe für den Kopfantrieb ist etwas modifiziert worden. Das Abdeckbleck des Kopfes ist herausgefallen - da können wir wenigstens mal einen Blick hineinwerfen. Das muss in der Produktion eine Pfriemelarbeit gewesen sein... So sieht der Kopf aus, wenn noch alles an Ort und Stelle ist: Rustikale Motorkontaktierung: Die Jumper sind im Manual beschrieben. Bei diesen Laufwerken kann man viel einstellen. Der grüne Jumper sagt: Laufwerk 2. Bei dem anderen Laufwerk steckt der Jumper auf #1 - schlüssig! Shugart Laufwerke hängen alle parallel am gleich Kabel und nur eines davon hat den Abschlusswiderstandsbaustein gesteckt! MC3470 kommt einem bekannt vor. Im Datenpfad der Apple Laufwerke steckt der auch drin! Interessantes Detail: Das Siemens Laufwerk hat einen deutschen Berger Lahr Schrittmotor verbaut. Das BASF hat seine Berger Lahr Schritmotoren aus den U.S.A bezogen. Die Laufwerke wollen dringend gereinigt und geschmiert werden: unter der Platine befindet sich hier noch eine zusätzliche Isolierplatte mit Abschirmung. Meine alte Stiftreparatur hält nicht. Alle Versuche mit 39 Jahren mehr Erfahrung scheitern leider wieder. So sieht die Platine aus, wenn sie gut gereinigt, gerade gebogen und von Oxyden befreit ist: hoch auflösend. Jetzt sind noch Fragen offen: bekomme ich eine neue Verriegelungsklappe? Laufen die Laufwerke noch? Wir dürfen gespannt sein! {Und es geht weiter!} Eine neue Verriegelungsklappe war nicht aufzutreiben, so habe ich mich entschlossen, die Reparatur zum ersten Mal seit 35 Jahren richtig professionell zu machen. Eine Fräse und Messingmaterial helfen mir dabei. Der 1,6mm Stift lässt sich prima in eine 1,5mm Bohrung treiben. Das hält. Nach einigen kleinen Korrekturen in der Höhe und der Länge des Stiftes wird der Block bündig in die Tasche geklebt. Das reißt nie wieder aus! Die Tür schließt wie fabrikneu. Kommen wir zur Platine des anderen Laufwerks. Diese ist - wie die ganze Mechanik - verdreckt und vor allem an den Steckern stark korrodiert. Da muss viel Liebe zum Detail helfen. Die Laufwerksmechanik von oben: Und von unten. Die Transportschnecke für den Kopf benötigt besonders viel Zuwendung. Die ganze Mechanik macht kratzende Geräusche. Mein Kompressor bläst das sauber! Auch nach viel Liebe lässt sich das Laufwerk nicht zur Mitarbeit bewegen. Das könnte an einem Tantalkondensator liegen, der bei der Platinenreinigung einfach abgefallen ist. Vorab schon mal die Platinenfotos in hoher Auflösung: So viele verschiedene Revisionen... Das passende Schaltbild zu dieser Version der 6106-Platine ist vorhanden. Da gehört der Tantal also hin: das Laufwerk fühlt sich zwar angesprochen und der Spindelmotor beginnt sich zu drehen. Aber der Kopfmagnet löst nicht aus. Ein Index-Signal liegt an. Eine Besonderheit der Apple-Laufwerke: sie ignorieren das Index-Loch und lesen den Beginn der Spur aus dem Datenstrom heraus. BASF 6106 liefert das Index-Signal auf dem Shugart-Stecker, weil die meisten anderen Rechner das auch benötigen. Und gleichzeitig wird das Index-Signal intern über ein retriggerbares Monoflop ausgewertet und steuert den Kopfmagneten. Erst wenn das Index-Signal anliegt, also eine Diskette eingelegt ist und sich dreht, dann wird der Kopf auf die Diskette abgesenkt! Ohne Tantalkondensator gibt es aber auch kein Monoflop. Das war ja einfach. ;-) |
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