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16.08.2026 {C64 Super Sketch} Mir sind wieder tolle Gadgets für den C64 zugelaufen, die aus dem Gerät eine vollwertige Desktop-Publishing-Maschine machen. Also, das suggeriert zumindest die Werbung... Professionelle Grafiken, kinderleicht erstellt. Die ganze Familie ist begeistert. Die Beispielfotos sehen vielversprechend aus. Wir schreiben das Jahr 1984! Was bei diesem Klappentext wohl an technischem Wunderwerk auf uns wartet? Das Teil kommt wohl mal nicht aus Hong Kong, sondern aus Texas. Aber die Verarbeitung ist schon ziemlich Hong Kong... Im Pappkarton ist alles drin, was man als angehender Marketingprofi braucht... Der Laden hat das Gerät allen Ernstes noch 1990 für satte 50 Mark verkauft? Respekt für diesen Mut! Der Inhalt ist in der Tat umfangreich: Anleitungen, Garantiekarte, Malvorlagen (Die Ente ist mit Sicherheit eine U.S.A.-Ente...). Und die Software ist auch schon mit dabei: sogar als Cartridge, wenn man kein Diskettenlaufwerk hat. Sieht professionell aus. Das Gerät an sich überrascht durch sein geringes Gewicht. Es besteht zu 95% aus Plastik. Neben dem beweglichen Zielgriffel gibt es noch ein paar Tasten für die Bedienung - manche sind elektrisch, manche nur mechanisch (Papierklemmung). Die Unterseite ist unspektakulär... Mal im Ernst: ich wäre stolz gewesen, 1984 so ein Gerät besessen zu haben... Wie funktioniert das jetzt? Wer hier komplexe Elektronik erwartet, hat sich getäuscht! Es gibt zwei Schiebepotis, die über eine trickreiche Mechanik bedient werden. Quasi ein analoger Joystick mit extrem großer Bedienfläche. Horizontal ist die Erfassung einfach: der Schieberegler ist direkt mit dem Arm verbunden. Vertikal wird es schon trickreicher: hier gibt es ein im Arm integriertes Getriebe. Die elektrischen Verbindungen sind durch flexible Leiterplatten realisiert. Und Unmengen an Heißkleber. Alles ist irgendwie lieblos reingebogen und "festgebäppt". Die Taster hatte man vermutlich vom Tastaturbau übrig... Die größte technologische Überraschung erwartet einen im Kabelanschluss: da steckt mal richtig Technik drin. Der ADC0834 ist ein vierkanaliger A/D-Wandler mit sukzessiver Approximation und seriellem Ausgang. Wo ist jetzt mein C64? {C64 Super Sketch im Einsatz} Der C64 war schneller zur Hand, als ich gedacht hätte. Das Genie beherrscht das Chaos... Dank Cartridge kann man die Software auch gleich in Betrieb nehmen. Der C64 startet direkt als Grafikmaschine... Das Programm ist für seine Zeit nicht mal schlecht, aber es fällt auf, dass der Digitizer Probleme im linken Bereich der Zeichenfläche hat... Das liegt mit Sicherheit an den lümmeligen, mit Heißkleber festgebäppten Flachbandleitungen. Also muss ich das Gerät noch mal komplett demontieren! Hier sieht man noch mal das Zahnstangengetriebe für die Y-Richtung: Die Einzelteile lassen sich weitgehend werkzeugfrei demontieren. Da haben wir den Übeltäter. Die verzinnten Kupferbahnen auf der flexiblen Leiterplatte haben es an der Knickstelle irgendwann aufgegeben. Ein winziger Lötzinntropfen löst die Kontaktprobleme. Wenn man zu lange lötet, schmilzt die Kunststofffolie! Und mit etwas Schaumklebeband anstelle der Heißklebesauerei hält das Konstrukt auch mechanisch ordentlich, ohne Knickstellen. Dann wieder ordentlich zusammenbauen... ... und schon klappt es wieder über den gesamten Zeichenbereich! Der Hund ist süß. "Super Videographics!", erwähnte ich das schon? Das Programm bietet so viele Möglichkeiten - sogar Flächenfüllung! O.K., ich versuch's mal mit dem Löwen - ist ja schließlich mein Sternzeichen. Ist ja kaum von der Vorlage zu unterscheiden! Also, wir halten mal fest: ein 8-Bit A/D-Wandler ist jetzt nur bedingt für so eine Aufgabe geeignet! Aber als Schüler hätte ich das irgendwie total cool gefunden! |
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