Mike McBike @ Home / Einplatinenrechner / SC/MP Computer Teil 3 - Reparatur


{SC/MP Reparatur} Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit... Aber wie ich es erwartet hatte: das Display zeigt stoisch "88888888" und die CPU springt permanent in den "HALT" Status - hier geht erstmal nix. Nach langer Suche und Messerei identifiziere ich stark oxydierte Bustreiber als eine der Ursachen für das HALT-Problem...

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Nachdem diese mittels Glasfaserstift wieder hübsch geputzt waren, überzeugt mich die CPU von ihrer Leistungsfähigkeit durch ein regelmäßiges Muster auf dem CS# des mittleren ELBUG-EPROMs... zumindest läuft da was.

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Da ich nicht entscheiden kann, ob dieser Zyklus normal oder ein Defekt ist, muss ich zu drastischen Mitteln greifen...

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Das MM5204 ist ein fieses EPROM, nicht mehr ganz so fies, wie das erste 1702A, aber doch fies. Es benötigt 5V und -12V als Versorgungsspannungen und hält sich an keinerlei Pinbelegungskonventionen!

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In meiner DC/DC-Wandler-Grabbelkiste ist noch was Passendes drin. Den Rest erledigt Fädeldraht.

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Ich versuche, das EPROM als 2716 auszulesen - in der Hoffnung, dass der Programmer nach dem Anlegen der 5V-Versorgung lange genug wartet, dass sich die -12V aufbauen können...

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Auch das eine PROM ohne Fenster wird gelesen...

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Tschacka! Das Ergebnis sind Binärfiles mit vier identischen Bereichen - klar, 2716 ist ja vier mal so groß wie MM5204...

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Nach dem Splitten der Daten kommen drei Binärfiles raus, die tatsächlich die korrekten Daten des ELBUG Monitors enthalten. Die Prüfsummen stimmen mit denen der entsprechenden Emulatoren-Files überein!

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Die gute Nachricht: ich kann MM5204 auslesen. Die schlechte Nachricht: es liegt nicht an den EPROMs, dass der Rechner nicht richtig läuft!

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Zumindest kann ich jetzt gezielt Fehler suchen... die CPU läuft zyklisch und das CE# Signal verändert sich leicht, wenn man eine Taste drückt. Langer Rede kurzer Sinn: der erste Grund, warum sich auf dem Display nichts zeigt, ist ein defekter Pfostenstecker am Flachbandkabel zwischen RAM/ROM-Karte und Display/Taststur-Einheit...

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Schön... zumindest steht schon mal Schrott auf den Anzeigen...

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Da wird wohl nichts in die TTL-RAMs geschrieben... das WE# Signal sieht doof aus... (das untere Signal in rot)

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Da muss ich doch mal näher auf die Platine sehen...

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Noch näher... Argh... selbst eingebaute Fehler sind die dümmsten Fehler...

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Nach behobenen Kurzschluss kann man schon mal den Text auf den Displays erahnen - leider ändert der sich bei jedem Reset leicht... da ist noch ein Timing grenzwertig...

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Der Widerstand und der kleine 10pF-Kondensator sind dafür da, dass das Schreibsignal kurz nach dem Durchschalten der Adressen kommt... zusätzliche 47pF sorgen zuverlässig dafür, dass die Russen-RAMs da auch mitspielen - vermutlich sind die deutlich schneller oder kritischer, als die TI-Varianten...

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Endlich... kaum 7h Reparaturzeit verstrichen, schon geht die Kiste...

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Das "mo" ohne Mittelstrich steht für "Modify"... da kann man Speicherstellen ansehen.

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Zum Beispiel das erste Byte auf Adresse 0x0000 - und das ist richtiger Weise 0x08 (NOP).

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Und das zweite Byte steht auf 0xC4 - auch richtig...

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Ach ja, dass ich mir mein Schaltnetzteil duch einen unachtsamen Kurzschluss gegrillt habe, sei hier nur am Rande erwähnt... wo gehobelt wird, da fallen halt Späne. Solange, bis der Ersatz-7912 in Vollisolierung (wer hat sowas schon da?) eingetroffen ist, muss eben noch ein DC/DC-Wandler herhalten - ich hab ja genug...

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Jetzt fängt das System langsam an, mir Spaß zu machen - nach 30 Jahren Dornröschenschlaf wachgeküsst. Jetzt gibt es immerhin etwas mehr Infos im Netz über dieses System!

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Und in der nächsten Folge beschäftigen wir uns mal mit den interessanten Zusatzkarten!


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