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Mike McBike @ Home / Arcade Reps Teil 8 / Gorf |
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14.09.2026 {Gorf} Komischer Spielename, reparaturunfreundliches Setup. Gorf bietet aber vermutlich die besten EMV-Werte in der Arcade-Geschichte! Eingepackt in ein stabiles Aluminiumgehäuse, kontaktiert über eine Backplane und obendrein noch durch seitliche Kontaktfedern geschirmt - das grenzt schon an Militär- oder Weltraumtechnik. Aber hey - das ist ja auch ein Weltraum-Ballerspiel! Hier in hoch auflösender Pracht: die CPU Platine. Ja, die Gorf-Custom-Chips von AMI. Die gehen gerne kaputt und sind quasi unersetzlich. Hoffen wir, dass es an etwas anderem liegt. 0066-115XX: Bally Address-IC, C2860D-1: Bally Data-Chip. Der ominöse MK3880N-4 ist hingegen ein schnöder Z80A. Die zweite Platine im Käfig: das Game Board. Auch hier wieder: böse Custom Chips. 0066-117XX ist ein Bally Custom I/O-Chip. Ein Baustein, nach dem sich Retrokundige die Finger schlecken: SC-01. Der Votrax Sprach-Synthesizer. Man versteht zwar nicht wirklich genau, was die Software da so brabbelt, aber der Effekt ist schon beeindruckend gewesen! Das ROM/RAM-Board - voll mit MASK PROMs und 2114 SRAMs als Arbeitsspeicher für die CPU. Die ROMs korrodieren gerne und die Sockel sind grenzwertig. Mal sehen, was uns hier noch erwartet. Das Pattern-Board - wofür auch immer. Immerhin nur TTL und so. Die RAM-Card 1. Gülden strahlen uns die Bildschirmspeicher an. Die RAM-Card 2 - nicht gülden aber baugleich. RAM-Fehler in diesem Bereich kann man dadurch identifizieren, indem man beide Karten tauscht. Ändert sich was, dann ist hier irgendwas defekt. Viel Spaß beim RAM-auslöten! Kommen wir zum Grund, warum ich Gorf eigentlich nicht anfassen möchte: die mühselige Inbetriebnahme und Fehlersuche. O.K., die Spannungsversorgung ist simpel, nur der zusätzliche Reset-Eingang ist etwas tricky. Aber das kennt man ja von Space Invaders. Eine Tastkopfspitze passt hier nicht rein... Beim Blick auf die Backplane fällt sofort auf, dass die Slots nicht unterschiedlich verdrahtet sind. Es ist egal, in welcher Reihenfolge die großformatigen Karten gesteckt werden. Das gibt ganz neue Möglichkeiten bei der Fehlersuche! Das Videosignal ist das nächste Problem. Nativ gibt Gorf kein RGB aus - dafür zwei Farbdifferenzsignale, die für die RGB-Rekonstruktion eine Matrix benötigen. Die liegt hier als kleine Leiterplatte mit dem bekannten PAL-Converterbaustein TBA530 bei. Die großen Röllchen sind Laufzeitspeicher/Verzögerungsglieder. Für die Spannungsversorgung gehe ich jetzt mal den professionellen Weg: Stecker mit passenden Crimpkontakten habe ich zufällig da. O.K., der Isolationsdurchmesser ist etwas zu fett... Das sieht trotzdem besser aus, als ich es schon in machen Firmen gesehen habe... ;-). GORF2JAMMA. Die übrige Leitung ist Reset# und die wird abwechselnd +5V oder GND kennen lernen. Ein 3,5" Floppy-Powerstecker liegt noch rum. Der lässt sich leicht schlachten. Und liefert - remodifiziert - einen astreinen Videoanschluss. Schwarz-Weiß-Video liefert Gorf nämlich separat ohne Adapter! Los geht's. Auf dem Bildschirm Schneegestöber. HSYNC stimmt. VSYNC stimmt auch. Also haben wir ein gutes Videosignal mit falschen Bildinhalten. Besser als alles falsch! Test 1: Work RAM. Dank der Sockel sind die schnell getauscht. Keine Besserung! Test 2: CPU. Dan des Sockels... klar, daran lag's auch nicht. Das waren die einfachen Dinge. Wenn man den Käfig auf die Seite legt und die Haltespange abschraubt, kommt man immer gut an eine Platine dran. Nach gründlicher Reinigung der Platinenkontakte zeigt sich zuweilen mal ein Bild, welches signifikant an Gorf erinnert. Da bewegt sich sogar was und die Hingtergrundsterne flackern (Pattern Board?). Immerhin ist nicht alles tot! Offenbar bietet der Custom-Video-Controller auch eine Invers-Funktion - tut auch... Leider ist das Verhalten nicht temperatur- oder schlagempfindlich. Vielleicht haben die Programm-ROMs einen Schuss oder einer der Busbuffer ist hin - das wird spannend. Es gibt bestimmt bald Neuigkeiten. |
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