Mike McBike @ Home / Museum / Hughes HMP-1116 Dokumentation


21.01.2026


{HUGHES HMP-1116 Bit Slice Microcomputer - die Dokumentation} Andrew Carol hat dereinst in den U.S.A. selber an diesem Rechner gelernt und mir dankenswerter Weise die technichen und die Schulungsunterlagen eingescannt. Vielen herzlichen Dank dafür! Ich denke, nach so langer Zeit handelt es sich hier nicht mehr um militärisch schützenswerte Geheimnisse, zumal ja die eigentlichen Anwendungsprogramme weder beschrieben noch auf dem Rechner gespeichert sind. Die Titelseiten sehen trotzdem respekteinflößend aus!

Hughes HMP-1116

Der Rechner ist auf den ersten Blick simpel aufgebaut. Cordic ist übrigens ein einfacher Algorithmus, um diverse mathematische Funktionen zu iterieren - unter anderem Trigonometrie. Dafür gibt es hier eine eigene Karte, die in bipolaren Proms die Konstanten enthält.

Hughes HMP-1116

Die groben Daten des Rechners aus Sicht des Benutzers:

Hughes HMP-1116

Der Prozessor hingegen ist deutlich komplexer aufgebaut - die Bit-Slice-Bausteine AM2901 kümmern sich eigentlich nur um Logik und Register. Die eigentliche Prozessorfunktion wird in Microcode abgebildet.

Hughes HMP-1116

Der Prozessor hat 5 Kategorien Microcodebefehle:

Hughes HMP-1116

In Summe sind nur 16 Befehle vorhanden, deren Funktion aber stark von den entsprechenden Parametern der übrigen Bits abhängt. Alle Funktionen sind über Hardware (Look-Up-PROMs, Decoder-PROMs, Multiplexer) gesteuert.

Hughes HMP-1116

Fünf Bit der Micro Instruction (AIC) steuern zum Beispiel die logische Operation, die von den ALUs ausgeführt werden soll.

Hughes HMP-1116

Der User hat allerdings eine große Zahl (max. 256) von teils sehr komplexen Funktionen als Befehlssatz zur Verfügung. Hier ist alles drin, von der Registerschieberei bis zur Division. Wie funktioniert das?

Hughes HMP-1116

Hughes HMP-1116

Hughes HMP-1116

Hughes HMP-1116

Hughes HMP-1116

In einem Satz bipolarer PROMs (Decode ROM) befindet sich eine hart verdrahtete Sprungtabelle, die den User-Opcode in eine Anfangsadresse für ein Micro Instruction Programm übersetzt. Opcode 0x0E (ACHR - Add WITH CARRY HALFWORD) verweist zum Beispiel auf Einsprungadresse 0x139 im Microcode-ROM.

Hughes HMP-1116

Das eigentliche Micro Instruction Programm ist hier recht kurz, eine Division geht dann schon mal über ein paar Seiten Listing...

Hughes HMP-1116

Wenn der Microcode ausgeführt wurde, ist praktisch der eine User-Assemblercode abgearbeitet worden.

Hughes HMP-1116

Hier versteckt sich das Instruction Decode ROM. Will man Befehle ändern, erweitern oder ergänzen, so muss man nur die bipolaren PROMs neu programmieren und erhält einen neuen Prozessor. Eine faszinierende Technologie, die sich so ähnlich auch in modernen Prozessoren wiederfindet!

Hughes HMP-1116

Und nein, ich werde jetzt nicht den Rechner in Betrieb nehmen und ein "Hello World!" für H1116 in Assembler programmieren!


Hier befinden sich die Schulungsunterlagen zum Hughes HMP-1116 - seltene Stücke der Computer Archaeologie!

HMP-1116 Dokumentation
PDF H1116 Firmware (TR).pdf
Technical Training
H1116 - Firmware (58MB)
PDF H1116 Instruction Set (TO).pdf
Technical Manual
H1116 - Instruction Set (22MB)
PDF H1116 Instruction Set (TR).pdf
Technical Training
H1116 - Instruction Set (17MB)
PDF H1116 Internals (TO).pdf
Technical Manual
H1116 - Internals (8MB)
PDF H1116 Internals (TR).pdf
Technical Training
H1116 - Internals (34MB)
PDF H1116 Schematics (TO).pdf
Technical Manual
H1116 - Schematics (14MB)
PDF H1116 Schematics (TR).pdf
Technical Training
H1116 - Schematics (13MB)
PDF H1116 Pamphlet (TR).pdf
Technical Training
H1116 - Pamphlet (3MB)

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