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04.03.2026 {GNT 4604} Ab und zu digitalisiere ich mal CNC-Lochstreifen. Mein Mittel der Wahl dazu ist ein GNT4604, relativ modern, leicht, schnell und noch ganz gut verfügbar. Bei dem Versuch, Lochstreifen für den KIM-1 zu stanzen, musste ich leider feststellen, dass mein Gerät keinen Streifenvorschub mehr praktizieren wollte. Schmierung, Reinigung und leichteres Papier haben alles nichts gebracht - da bleibt mir nur die Obduktion. Haben ist das neue Brauchen! Gut, wenn man einfach ein Ersatzgerät hervorziehen kann. Das Ersatzgerät hat zwar die gleiche Bezeichnung, bietet aber geringfügig andere Einstellmöglichkeiten. Die 9600Baud-Option ist hier nicht vorhanden. Hier hat einer der Schiebeschalter noch eine vierte Stellung: Weitere Einstellungen lassen sich über einen DIP-Schalter auf der Geräteunterseite vornehmen: Der Stanzer/Leser lässt sich sehr leicht demontieren: die Bodenwanne wird von unverlierbaren Schrauben gehalten. Der Stanzer ist eine kompakte Einheit, die von einem Haltebügel mit drehbaren Gummischeiben geklemmt wird. Einfacher demontieren geht nicht! Der Antrieb erfolgt über einen separaten Motor mit dickem Gummiriemen. Hier ist nichts porös, klebrig oder ausgeleiert. Der Stanzer kann vorsichtig nach oben herausgezogen werden. Zwischendurch können wir uns einen Blick auf die Elektronik gönnen. Der Rechenknecht: ein 8048 Microcontroller. Die Firmware von Helioprint ist in einem kleinen EPROM untergebracht. Hochauflösend - die ganze Platine: Das iat alles sehr servicefreundlich untergebracht! Der Antriebsmotor für den Stanzer wird von vier Gummipuffern gehalten - das ist die einzige Schwachstelle dieses Gerätes. Ich hatte bereits ein Gerät, bei dem die steinharten Puffer ersetzt werden mussten. Diese hier sind noch perfekt erhalten - trotzdem stanzt der Stanzer nicht richtig! Die obere Abdeckung wird von vier Schrauben gehalten, eine davon befindet sich unter dem Auslösemagneten... Dieser ist servicefreundlich nur eingeclipst... Man kann ihn einfach demontieren, dann kommt man an die letzte Schraube ran. Die obere Abdeckung kann man so zur Seite legen. Den Auslösemagnet habe ich wieder montiert, um die Funktion verstehen zu können... Bei jeder Antriebsscheibenumdrehung wobbelt der goldene Teller eine Zahnbreite hin und her. Wenn der Auslösemagnet nicht auslöst, passiert dabei garnichts. Wenn der Auslösemagnet anzieht, wird ein Mitnehmerblech auf das Vorschubrad gedrückt und dieses transportiert das Papier eine Lochreihe weiter. Der Mitnehmer wird von einer Feder und einem Sicherungsring gehalten. Das lässt sich leicht demontieren. Dann kann man die Mitnehmerglocke auf der anderen Seite herausziehen. Das geht ganz ohne Werkzeug. Die Zahnscheibe für den Antrieb sieht gut aus. Das Mitnehmerblech hingegen ist gebrochen, die Nase, die vom Auslösemagneten angehoben wird, ist ab... Kein Wunder, dass das nicht mehr funktioniert hat! Im Moment sehe ich noch nicht, wie ich bei so einem filigranen Federblech irgendetwas reparieren könnte... Da bleibt mir nur das Ersatzgerät - Haben ist eben doch manchmal besser als Brauchen! {Mitnehmerblech} Im Forum wurde es heiß diskutiert - Ersatz oder neu fertigen lassen? Laserschneiden, löten oder dengeln? Das Mitnehmerblech ist nicht trivial: aus 0,5mm hartem Federstahlblech, mit diversen Bohrungen und Prägungen... Die Größe ist auch nicht gerade handarbeitsfreundlich... Selbst die Bohrung für die Führungshülse ist gesenkt. Ein einfaches lasergeschnittenes Blechteil reicht hier nicht. Alternativ könnte man das Teil vielleicht mit Silberlot hartlöten, aber wie lange würde das halten? Bei jeder Lochreihe schlägt der Auslöser von unten gegen die Nase... Hier noch mal die Abmaße. Beim mehrfachen Ausbau der Stanzereinheit ist mir übrigens aufgefallen, dass sie sich ganz einfach entriegeln und herausnehmen lässt, ohne die Schrauben zu lösen... Zielführender als die Diskussionen über Blechbearbeitung war ein sehr freundlicher Forist, der mir ein gebrauchtes Ersatzteil zukommen ließ. Vielen herzlichen Dank dafür! Im Styroporkästchen verbirgt sich ein fast baugleicher Stanzer, der sich nur durch die Länge des Flachbandkabels unterscheidet. Die Nase sieht gebraucht aus - aber sie ist noch dran! Innerhalb kürzester Zeit macht mein GNT 4604 wieder, was er soll: Löcher. Ich bin begeistert! {Vibrationsdämpfer} Und dann war da noch ein Problem, welches alle GNT früher oder später betrifft: der Motor für die Stanzereinheit ist vibrationsdämpfend aufgehängt. Die Gummis werden geradezu matschig oder im anderen Extrem steinhart, dann steht der Motor schräg und der Riemen hüpft von der Riemenscheibe. Der GNT merkt das und es geht eine Error-LED an. Die Lösung: Kabeldurchführungstüllen! Bis auf die Dicke passen alle Maße. Die Tüllen werden in das Blech gedrückt. Dann kommt die Messinghülse in die Tülle. Die Hülse ist erwartungsgemäß zu lang... Dafür gibt es scharfe Cuttermesser. Zwei weitere Tüllen werden ihres Mittelsteges beraubt. Die entstehenden Scheiben werden zusätzlich auf die Messinghülse geschoben. Dann kann der Motor wieder angeschraubt werden. Passt perfekt! Sollte der Antriebsriemen schon etwas gelängt sein, so könnte man die Zusatzscheiben auch außen auf die Hülsen schieben. |
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