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06.10.2026 {Copal Fallblattuhr} Ist sie nicht ein Meisterstück an schlichtem, schönem Design? Leider ziemlich verdreckt und der Motor läuft nicht freiwillig. Ich wollte schon immer mal wissen, wie so eine Fallblattanzeige funktioniert. Zur Demontage muss der Handeinsteller raus... Das war einfach... Ja, die Uhr war schon länger im Gebrauch. Das Uhrwerk bkommt man komplett raus, wenn man das Netzkabel vorsichtig durchfädelt. Warum sind da so komische Laschen an manchen der Minutenblättchen? Jetzt weiß ich es! Die Stundenblätter sind mit 1:60 untersetzt, laufen aber mechanisch natürlich nicht genau. Um 20:56 wird das 20er Blättchen schon nicht mehr von der oberen Feder gehalten, dafür aber von der kleinen schwarzen Verriegelungszunge, die von den Minutenblattlaschen nach links gedrückt wird... Minute 59 hat die letzte Lasche. Sobald diese nach unten fällt, springt die Verriegelung nach rechts und gibt das Stundenblatt frei! Einfach genial. Der Motor läuft aus eigener Kraft nicht mehr an und wenn er mal läuft, macht er nervige Geräusche. Da muss ich wohl mal ran! Der Synchronmotor lässt sich demontieren und gibt hier den Blick auf die Rutschkupplung frei. Diese ist dafür da, die Uhr mit dem Handrad stellen zu können. Die Ursache für den unzuverlässigen Motorlauf liegt unter dem Blechdeckel: das Öl ist völlig verharzt. Nach großzügiger Ballistol-Beigabe und 24h Dauerlauf läuft der Motor jetzt wieder zuverlässig an und tut dies auch völlig geräuschlos! Kommen wir zum unangenehmen Teil der Restauration: das Glas ist dreckig und von innen beschlagen. Gehalten wird es von einem verchromten Blechrahmen, dessen Laschen im Inneren des Gehäuses brachial verdreht waren. Eigentlich kann man sich nur entscheiden, das Fenster dreckig zu lassen oder sich an die mühsame Arbeit der Demontage zu machen. Ich habe natürlich letzteres gewählt. Das ging nicht ohne Kratzer ab, die Laschen haben sich schwer gewehrt... Und zu allem Unglück ist das Gehäuse im Sichtbereich auch noch ausgebrochen, das ist da sehr dünn und mittlerweile sehr brüchig. Gottseidank lässt sich das fast unsichtbar kleben. Die Glimmlampe ist schon reichlich verschlissen, glimmt aber immer noch zuverlässig! Bis auf wenige Kratzer und eine kaum sichtbare Bruchkante erstrahlt die Uhr wieder in ihrer vollen Schönheit: So ausgenudelt die arme Glimmlampe auch sein mag - des Nachts reicht das warme Glimmlicht für ein sanftes Ablesen der Zeit. Ansonsten muss man sich nur an das minutenweise Klicken der fallenden Blätter gewöhnen. Fast wie Herbst - nur das ganze Jahr über... |
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